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„Rilke – Life of the Work“ von Charlie Louth

Bereits im August dieses Jahres ist bei Oxford University Press die Werkbiographie „Rilke – Life of the Work“ von Charlie Louth erschienen. Das Werk bietet auf über 650 Seiten eine „textimmanente“ Interpretation von Werken aus Rilkes gesamter Schaffenszeit. Der Autor Charlie Louth ist Mitgliedern der Rilke-Gesellschaft von mehreren Tagungen u.a. in London und Bremen bekannt. Er forscht und lehrt am Queen’s College der Oxford University.

Charlie Louth: Rilke - The Life of the Work.
Erschienen im August 2020. Charlie Louths „Rilke. The Life of the Work“

Nun hat der Germanist und Dichter Jeremy Adler das Buch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ausführlich gewürdigt (Ausgabe vom 8. Oktober, Feuilleton). Voll des Lobes, sieht Adler darin einen neuen Ansatz in der Deutung von Rilkes Werk:

„Mit Charlie Louth an Rilkes Gedichte heranzugehen heißt lesen lernen. Frisch und intelligent nähert er sich den Texten, als ob er deren allererster Leser wäre. Indem er die Dynamik der Sätze verfolgt, bewert er sich Schritt für Schritt an deren eigentlich Bedeutung heran. Obwohl Louths immens gelehrt ist, wirkt seine Stimme stets zart, geradezu naiv, devot: So ertatstet er, wie man eigentlich Rilke liest, ja dass das Lesen eines Gedichts einen Prozess von „Kommen und Gehen“ bedeutet.“

Wie im Klappentext erläutert, verfolgt das Buch die Entwicklung von Rilkes Werk in einer Reihe von „closed readings“, die neben den bekannten Meilensteinen auch weniger Bekannte Arbeiten umfasst, wie Gedichte in französischer Sprache und seine Übersetzungen von Michelangelo, Shakespeare, Barrett Browning und anderen.

Die erste Ausgabe (fest eingebunden) kostet genau 100 Euro. Mehr Informationen vom Verlag mit Inhaltsverzeichnis und Vorschau finden Sie hier.

Neuerscheinung: Rilkes Dialog mit Buddha

Drei Buddha-Gedichte hat Rainer Maria Rilke (1875–1926) hinterlassen. Ein Anlass dazu war eine Buddha-Statue, die er im Garten Rodins entdeckte (im Bild-Teil des Buchs dokumentiert). Rilke trat in Dialog mit der Statue.

Der emeritierte Theologie-Professor Karl-Josef Kuschel erzählt die Geschichte dieses Dialogs und antwortet auf die Frage: Was hat einen der größten Dichter der europäischen Literatur des 20. Jahrhunderts ausgerechnet an der Gestalt des Buddha interessiert? Rilkes Buddha-Gedichte sind für den Autoren eine Brücke über kulturelle Verstehensgrenzen hinweg, unaufdringlich, ohne belehren zu wollen.

Mehr Informationen zum Buch und eine Leseprobe finden Sie hier.

Titelbild: Karl-Josef Kuschel: Als ob er horchte. Rainer Maria Rilkes Dialog mit Buddha

Lettres à un jeune poète, édition complète

Sierre, 12.10.: Lettres à un jeune poète, édition complète. Le mardi 13 octobre 2020 à 18h30, la Fondation Rilke organise une soirée à l’Hôtel de Ville de Sierre pour célébrer la réédition française des „Lettres à un jeune poète“ – la première édition comprenant les deux parties de la correspondance. Il s’agit de la traduction de l’édition que Erich Unglaub avait édité en intégrant les lettres du „jeune poète“ Franz Xaver Kappus. Bernard Comment, auteur et réalisateur de la série „Fiction & Cie“ aux Éditions du Seuil, présentera le livre.

Pour plus d’informations, allez sur le site de la Fondation Rilke.

Am Dienstag, d. 13. Oktober 2020 um 18:30 veranstaltet die Fondation Rilke im Rathaus von Sierre einen Abend zur französischen Neuausgabe der „Briefe an einen Jungen Dichter“ – erstmals mit beiden Seiten der Korrespondenz. Es handelt sich um die Übersetzung der Ausgabe, die Erich Unglaub auf deutsch betreut hatte. Bernard Comment, Autor und Direktor der Reihe „Fiction & Cie“ bei den Éditions du Seuil, wird das Buch vorstellen.

Mehr Informationen auf der Website der Fondation Rilke

Masterclass in Fondation Rilke verschoben

Die für den August 2020 in der Fondation Rilke geplante Masterclass ist augrund der Covid19-Pandemie auf das Jahr 2021 verschoben worden. Die neuen Daten sind vom 8. bis zum 13. August 2021.
Es erfolgt keine erneute Ausschreibung, da die Teilnehmer sich bereits über die diesjährige Ausschreibung qualifiziert hatten.

call for papers: Nachwuchs-Workshop in Triest

Call for papers : ein Workshop zum Auftakt der diesjährigen Rilke-Tagung in Duino und Triest gibt an einer Promotion Interessierten, Promovierenden und Post-Docs die Möglichkeit, ihre geplanten, entstehenden oder gerade abgeschlossenen Rilke-Projekte gemeinsam mit Expert*innen zu diskutieren (eingeladen sind auch Projekte, die sich neben Rilke mit anderen Autor*innen beschäftigen). Der Workshop am 23. September 2020  hat zum Ziel, den wissenschaftlichen Austausch über aktuelle Projekte zu fördern. Vorgesehen sind 20minütige Präsentationen, die vorab auch als paper eingereicht werden sollen, sowie eine Diskussion. Für die Reise- und Übernachtungsaufwendungen wird ein Zuschuss gewährt.

Bitte bewerben Sie sich bis zum 15. März 2020 mit einem max. einseitigen Exposé (in deutscher oder englischer Sprache) und einem knappen CV unter cfp@rilke.ch. Sie erhalten bis zum 1. April eine Rückmeldung.

Rilke-Gesellschaft trauert um zwei Mitglieder

Am 24. 12. 2019 verstarb Frau Dr. Karin WAIS (geb. am 13. 5. 1933), geb. Bergeder, in Tübingen. Frau Dr. Wais war Rilke-Forscherin und langjähriges Mitglied der RG.

In der letzten Januarwoche 2020 starb Prof. Dr. Horst NALEWSKI (geb. 1931) in Velpke. Prof. Dr. Nalewski war von 1992 bis 2004 Mitglied im Vorstand der Rilke-Gesellschaft. Seit 2013 war er auch Ehrenmitglied.

Eine Würdigung folgt in der nächsten Ausgabe der ‚Blätter der Rilke-Gesellschaft‘.

„Dieser große herrliche Wind, der Himmel auf Himmel baut…“

[I]ch will den Herbst! Ist es nicht, als wäre er das eigentlich Schaffende, schaffender denn der Frühling, der schon gleich ist, schaffender, wenn er kommt mit seinem Willen zur Verwandlung und das viel zu fertige, viel zu befriedigte, schließlich fast bürgerlich-behagliche Bild des Sommers zerstört? Dieser große herrliche Wind, der Himmel auf Himmel baut; in sein Land möchte ich gehen und auf seinen Wegen.

Aus einem Brief an Clara Rilke vom 12. August 1904

 

Dichter und Prinzessin

Neuerscheinung: Rilke und Elya Maria Nevar. Eine Freundschaft in Briefen, Aufzeichnungen und Dokumenten, Herausgegeben von René Madeleyn

Dichter und Prinzessin

Für Rilke war Elya Maria Nevar die treue Herzensfreundin der späten Kriegsjahre in München. Er entdeckte sie als junge Darstellerin der Prinzessin Elya in einem mittelalterlichen Georgsspiel, das ihr späterer Ehemann Max Gümbel-Seiling inszenierte. Rilke besuchte alle Aufführungen dieses Spiels, ohne zunächst auf sie zuzugehen. Sie wiederum identifizierte sich mit dieser Rolle so, dass sie anstelle ihres ursprünglichen Namens «Else» den der Prinzessin als Künstlernamen behielt. Im Februar 1918 sind beide in einem Vortrag Rudolf Steiners über das «Sinnlich-Übersinnliche in seiner Verwirklichung durch die Kunst.» Elya ist begeistert und widmet ihr weiteres Leben als Schülerin Rudolf Steiners der Anthroposophie, Rilke ist skeptisch, wie er seinem Dichterkollegen Albert Steffen in einem anschließenden Gespräch gesteht. Noch kam es zu keiner persönlichen Begegnung zwischen Rilke und Elya, doch dann führt der erste Brief an Rilke zu einer Einladung, vielen Begegnungen und einer Freundschaft, die sich in den insgesamt 155 Briefen spiegelt und über sieben Jahre fortsetzt. Rilke erlebt den Höhepunkt seiner späten Lyrik einsam im Walliser Schloss von Muzot und dankt in seinem letzten Brief Elya dafür, dass sie die «Hüterin seiner Einsamkeit» in München war. Elya Nevar wirkt als eine der großen Schauspielerinnen der Goetheanumbühne über Jahrzehnte in Dornach, so in «ihren» Rollen des Luzifer in Rudolf Steiners Mysteriendramen und der Helena in Goethes Faust.
Der Briefwechsel wird hier erstmals vollständig veröffentlicht, kommentiert und mit bisher unbekannten Dokumenten herausgegeben.

Link zur Seite des Verlags…