Archiv der Kategorie: Allgemein

Masterclass bei der Fondation Rilke – Bewerbungen bis 25.05.

Eine Masterclass unter Leitung von Prof. Dr. Christoph König richtet die Fondation Rilke vom 13.-16.8.2018 in der ›Maison de Courten‹ in Sierre aus. Das Thema ›Wie Rilke lesen?‹ wird erweitert und lautet nun ›Celan liest Rilke‹, um die wechselseitige Abhängigkeit der beiden Autoren zu analysieren, von der Jean Bollack spricht: »Ohne Rilke kein Celan, ohne Celan aber auch kein Rilke.«

Die Masterclass Rilke richtet sich an Nachwuchswissenschaftler der Germanistik, der Romanistik, der Komparatistik und der Philosophie weltweit und versteht sich als reflektierte Einübung einer insistierenden Lektüre, die den Prozess der Kreation in den Gedichten, die Arbeit am Sinn nachvollzieht. Die Fragen lauten nun: Wie nimmt Celan in seinen Gedichten zu Rilkes Werken Stellung? Welchen neuen Blick auf Rilkes Gedichte gibt Celan? Und hält er unserer philologisch-kritischen Lektüre stand?

Der Teilnehmerbeitrag beträgt CHF 80. Die Fondation Rilke stellt die kostenlose Unterkunft, in Gästezimmern bei Privaten, zur Verfügung. Reise und Verpflegung gehen auf Kosten der Teilnehmer. Auf Antrag kann ein Zuschuss zu den Reisekosten gewährt werden.
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen erhalten von der Fondation Rilke rechtzeitig einen Reader zur Masterclass Rilke zur Verfügung gestellt.

Bewerbungen (mit Begründungsschreiben, CV und gegebenenfalls
mit einer ausgewählten Publikation) sind bis zum 25.5.2018 zu richten
an: Fondation Rilke, Rue du Bourg 30, CH – 3960 Sierre.

Sämtliche Informationen finden Sie hier in dem Informationsblatt Flyer-Masterclass-Rilke-2018-pdf

 

XXI

Frühling ist wiedergekommen. Die Erde
ist wie ein Kind, das Gedichte weiß;
viele, o viele …. Für die Beschwerde
langen Lernens bekommt sie den Preis.

Streng war ihr Lehrer. Wir mochten das Weiße
an dem Barte des alten Manns.
Nun, wie das Grüne, das Blaue heiße,
dürfen wir fragen: sie kanns, sie kanns!

Erde, die frei hat, du glückliche, spiele
nun mit den Kindern. Wir wollen dich fangen,
fröhliche Erde. Dem Frohsten gelingts.

O, was der Lehrer sie lehrte, das Viele,
und was gedruckt steht in Wurzeln und langen
schwierigen Stämmen: sie singts, sie singts!

Aus: Die Sonette an Orpheus (1922)

Rilke-Masterclass an der Fondation Rilke

Rilke-Studierende und junge ForscherInnen aufgepasst: Prof. Dr. Christoph König veranstaltet an der Fondation Rilke im Sommer 2017 eine Masterclass „Wie Rilke lesen“ (14. bis 17. August, Sierre, Schweiz). Interessierte können sich bis zum 28.04. bewerben.

Die Veranstaltung bietet auch einen halbtägigen, geführten Besuch nach Raron (Museum und Grab Rilkes), zum Schloss Muzot und durch die Rilke-Ausstellung der Fondation Rilke.

Außerdem stellt die Fondation Rilke die Briefdatenbank und die Bibliothek der Fondation Rilke für Recherchen zur Verfügung!

Alles Weitere hinden Sie unter diesem Link:

Klicke, um auf f-rilke-flyerA4-masterclass-2017-web1.pdf zuzugreifen

Blättert zurück in euren Tagebüchern. War da nicht immer um die Frühlinge eine Zeit, da das ausbrechende Jahr euch wie ein Vorwurf betraf? Es war Lust zum Frohsein in euch, und doch, wenn ihr hinaustratet in das geräumige Freie, so entstand draußen eine Befremdung in der Luft, und ihr wurdet unsicher im Weitergehen wie auf einem Schiffe. Der Garten fing an; ihr aber (das war es), ihr schlepptet Winter herein und voriges Jahr; für euch war es bestenfalls eine Fortsetzung.

Hier können Sie weiterlesen: […]

Aus: Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge

Neue Ausgabe der „Blätter“: Rilkes Florenz / Rilke im Welt-Bezug

Die neue Ausgabe der „Blätter der Rilke-Gesellschaft“ ist gerade erschienen und an die Mitglieder verschickt worden. Der Schwerpunkt liegt auf Untersuchungen zu Rilkes Florenz-Aufenthalten, ihren Voraussetzungen und Folgen, sowie zu Rilkes poetischer und poetologischer Arbeit am Welt-Bezug seiner Dichtung. Die Abhandlungen werden durch Kurzbeiträge ergänzt. Wie in den vorhergehenden Bänden werden neue Dokumente von und zu Rilke mitgeteilt und neuere Arbeiten der Rilke-Forschung rezensiert.

Eine Übersicht sämtlicher Beiträge aus dem neuesten Band finden Sie, zusammen mit sämtlichen anderen in den „Blättern“ erschienenen Beiträgen, unter diesem Link.

Titelblatt Rilkes Florenz / Rilke im Weltbezug

Die Rilke-Gesellschaft trauert um Hilde Heidelmann

Die Rilke-Gesellschaft trauert um Hilde Heidelmann, die nach schwerer Krankheit am 11. August 2016 im Alter von 73 Jahren verstorben ist. Den Mitgliedern war sie von vielen Tagungen her vertraut; allen begegnete sie mit Offenheit, menschlicher Anteilnahme und Herzlichkeit. In Rilke-Kreisen war sie zudem durch die hervorragend edierten und kommentierten Briefe an Gräfin Mirbach-Geldern-Egmont 1918-1924 bekannt, ihre Dissertationsarbeit, die 2005 im Verlag Königshausen & Neumann erschien. In den Blättern der Rilke-Gesellschaft erschien zuletzt Frau Dr. Heidelmanns Beitrag zu Rilke im Werk von Cy Twombly. Ihr einfühlsamer Vortrag zu diesem Thema auf der Rilke-Tagung in Florenz (2014) wirkt in den Teilnehmern mit der Leuchtkraft von Twomblys Bildern fort. Im Graftschaftsmuseum der Stadt Wertheim betreute sie über viele Jahre den volkskundlichen Bereich und konzipierte erfolgreiche Ausstellungen. Das Leiden blieb ihr zuletzt nicht erspart. Ausdruck ihrer Tapferkeit und großen Lebensfreude ist das Rilke-Zitat, das über der Traueranzeige steht: „Vergessen Sie nie, das Leben ist eine Herrlichkeit.“

Die Neue Zürcher Zeitung feiert Projekte aus der Rilke-Gesellschaft

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Dieser Überblick über neuere Rilke-Edition und Forschung aus der Neuen Zürcher Zeitung vom 6. August  liest sich sie wie ein Rechenschaftsbericht der Rilke-Gesellschaft: Allein 6 Vorstandsmitglieder werden erwähnt, dazu die Projekte vieler Mitglieder wie Klaus Bohnenkamp und Alfred Hagemann.

Hier nur ein Auszug, über den letzten Band der „Blätter der Rilke-Gesellschaft“:

„Immer gehaltvoller sind seit einiger Zeit unter der der Herausgeberschaft von Jörg Paulus und Erich Unglaub die «Blätter der Rilke-Gesellschaft» geworden, deren 32. Jahrgang (2014) zwei Generalthemen gewidmet ist: Hier werden zunächst die Beiträge einer Tagung zu Rilkes Leben in der Schweiz wiedergegeben, die nach einem Überblick aus der Feder des Rilke-Biografen Ralph Freedman eine Reihe von auf den ersten Blick zwar disparaten, für Kenner des Werks, auch für die Laien darunter, aber höchst gehaltvolle Studien bieten: etwa zur Spiegelung der Figur Karls des Kühnen in den «Aufzeichnungen» (Thomas Richter) oder zur «Schweiz als Klangkörper» (Alexander Honold).

Die zweite Gruppe von Aufsätzen ist den – für die Literaturwissenschaft offensichtlich unerschöpflichen – «Sonetten an Orpheus» gewidmet, an denen z. B. Wolfram Groddeck die zyklische Ordnung untersucht, während Jan Röhnert Rilkes «Lied vom Meer» eine subtile Interpretation widmet, die das Gedicht im weiteren Bezug auf die deutsche Mittelmeer-Lyrik mit Oskar Loerke und Gottfried Benn konfrontiert, im engeren aber seinen Charakter als «Ur-Sonett an Orpheus» aufdeckt, «auf dem sozusagen die Tonleiter des späteren Zyklus gestimmt wird».“

Den ganzen Artikel finden Sie hier:
http://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/fruchtbare-archive-fleissige-interpreten-rilke-und-kein-ende-ld.109377

 

339 neue Rilke-Briefe

Seit 2006 bietet die Rilke-Gesellschaft eine Übersicht von Rilkes gesamtem Briefwerk zum Download an. Eine neue Fassung dieser Konkordanz steht nun bereit: Peter Oberthür konnte die letzte Version von 2014 um 339 Briefe und zahlreiche Zusatzinformationen ergänzen. Die neuen Briefe stammen zum Großteil aus neuen Buchausgaben, aber auch etwa von privaten Sammlern, die ihre Schätze noch nicht veröffentlicht haben.

Die aktuelle Fassung steht nun auf der Website der Rilke-Gesellschaft zum Download bereit, als Excel-Datei [http://www.rilke.ch/Briefkonkordanz/Konkordanz2016.xlsx] oder PDF [http://www.rilke.ch//Briefkonkordanz/Konkordanz2016.pdf].

Wer die gesamte Übersicht der zusammen gut 10.500 Briefe, Karten, Telegramme, Rohrpostbriefe und sonstigen Nachrichten ausdrucken will, sollte aber bedenken: die Tabelle umfasst 569 Seiten!