Ein Rilke-Projekt zum Vergnügen

Die Reihe "Zum Vergnügen" im Reclam Verlag sammelt seit Jahren humoristische Texte von Autoren wie Wilhelm Busch und Karl Kraus, aber auch Jean Paul, Theodor Fontane und Friedrich Nietzsche. "Warum sollten wir nicht versuchen, nach diesen Mustern einen 'Rilke zum Vergnügen' zusammenzustellen?", fragt Rätus Luck, Herausgeber mehrerer Rilke-Ausgaben, in einem Aufruf auf den Seiten der Rilke-Gesellschaft. Zunächst zu unserem eigenen Vergnügen - und dann man wird sehen, was, über eine Internet-Präsentation hinaus, damit anzufangen ist. Sie sind also alle eingeladen, zu einer solchen Sammlung vergnüglicher Rilke-Texte beizutragen, sei es, dass Sie an die unten angegebene Adresse Kopien einschlägiger Stellen schicken, sei es, dass Sie es mit Verweisen (auf die Sämtlichen Werke, die Kommentierte Ausgabe oder auf Einzelausgaben) genug sein lassen.
Ihre Sendungen bzw. Hinweise nimmt gern entgegen Rätus Luck
- auf dem Weg der terrestrischen Post: Lilienweg 18, CH-3007 Bern
- via E-Mail: ru.luckgmx.ch
Den ganzen Aufruf finden Sie hier: http://www.rilke.ch/aktuell
Sobald eine erste "kritische Masse" zusammen ist, werden wir diese Texte auch im Internet anbieten und weiter wachsen lassen.

Rilke mit Humor

Lyrischer Dialog mit Rilke

Ein Bewunderer der Dichtung Rilkes hat sich auf einen lyrischen Dialog mit den Sonetten an Orpheus eingelassen. Einige seiner "Antworten" auf die als "Fragen" gelesenen Sonette Rilkes sind auf den folgenden Seiten [pdf] wiedergegeben, so wie sie im Forum eingegangen sind, dekorativ, handschriftlich. Die römischen Zahlen entsprechen denen der Vorgaben des Originals.

Der Autor:
Robert Stammsen, Am Bahnhof N° 26, 47623 Kevelaer / NRW
Mail: r.stammsen@hotmail.de

August Stahl

Die Sonette an Rilke
von Robert Stammsen

Rilke und Sidonie Nádherný von Borutin: Briefwechel

Für die Rilke-Forschung beginnt das Jahr 2007 erfreulich: Im Wallstein Verlag Göttingen ist erschienen Rainer Maria Rilke/Sidonie Nádherný von Borutin: Briefwechsel 1906-1926. Herausgegeben und kommentiert von Joachim W. Storck, unter Mitarbeit von Waltraud und Friedrich Pfäfflin. Göttingen 2007. 654 S. (Bibliothek Janowitz. Herausgegeben von Friedrich Pfäfflin. Band 7). Der Preis von 39 Euro, um es vorwegzunehmen und uns als spargewohnte Hausmütter und -väter zu gebärden, ist höchst vertretbar.

Der Band führt weit über Bernhard Blumes Ausgabe der Briefe Rilkes an die Baronesse von 1973 hinaus. Er enthält 348 Briefe, Karten und Telegramme; die 116 von Sidonie Nádherný werden hier erstmals veröffentlicht. Es sind bei weitem nicht alle, die sie an Rilke geschrieben hat. Die Lücke im Bestand ihrer Briefe bleibt ein Rätsel, die Hoffnung, sie in einem Tresor, einem vergessenen Koffer wiederzufinden, bleibt aber intakt.

Die Ausgabe bietet, was die Edition eines Briefwechsels auszeichnen muss: getreue Wiedergabe der Texte, einen sachkundigen, lebendig geschriebenen Kommentar, erhellende Anmerkungen, sinnvoll ausgewählte Abbildungen, Literaturverzeichnis und Register. Dass dies alles zusammenkommt, versteht sich gerade im Fall Rilkes nicht von selbst; wie willkürlich Herausgeber mit seinem epistolographischen Werk umgegangen sind, kann man in der Einleitung von Ferenc Szász zu seiner Chronologischen Konkordanz der gedruckten Briefe Rilkes auf dieser Internetseite nachlesen.

Die Geschichte der Freundschaft zwischen Sidie Nádherný und Rilke ist uns in grossen Zügen bekannt: die Orte (Paris, Janowitz …), die Namen (Auguste Rodin, Karl Kraus…), die Epoche (Erster Weltkrieg, Nachkiegszeit…). Sich dieser Kenntnisse zu vergewissern, sie zu vertiefen, zu erweitern, nur schon einen Satz Rilkes wieder zu lesen wie: „Und womit ich Sie grüße? Mit der Freude, die ich an Ihrem Leben habe; mit meinem Zutraun dazu; mit meiner Dankbarkeit für Ihr Zutraun zu meinem Leben und meiner Arbeit. Und mit vielen Erinnerungen, die uns gemeinsam sind“ – dazu bietet der Band die fällige, willkommene, die zu ergreifende Gelegenheit. Schade, dass Ferenc Szász ihn in seiner Einleitung nicht mehr hat würdigen können.
Joachim W. Storck hat seinen Rilke-Forschungen mit dieser Edition ein Opus summum hinzugefügt; die Rilke-Forschung wartet zuversichtlich darauf, dass er noch ein paar Opera summa folgen lässt.

Rätus Luck

Briefwechsel mit Sidonie Nádherný von Borutin
Briefwechsel mit
Sidonie Nádherný von Borutin

Zum Tod von Ferenc Szász

Ferenc Szász starb am Vormittag des 16. Oktober dieses Jahres in einem Budapester Krankenhaus. Der 1943 in Balavásár / Siebenbürgen geborene Gelehrte studierte an der Loránd-Eötvös-Universität Budapest Germanistik, ungarische Sprache und Literatur und Bibliothekswissenschaft. Er promovierte 1976 und habilitierte 2001 mit einer Arbeit über die „deutsch-ungarischen Literaturbeziehungen“. Ferenc Szász war zuletzt Dozent für deutschsprachige Literaturen an der Loránd-Eötvös-Universität und an der Gáspár-Károli-Universität der Reformierten Kirche in Budapest. Sein Forschungsschwerpunkt lag im Bereich der Literatur der Jahrhundertwende. Besondere Verdienste erwarb er sich auf dem Gebiet der Rilkephilologie und der Rilkedeutung. Neben zahlreichen Aufsätzen, die großenteils in den Blättern der Rilke-Gesellschaft erschienen, ist die Bibliographie Rilke in Ungarn von 1980 zu erwähnen und die zuletzt von ihm erstellte Konkordanz der Rilke-Briefe (auf der Website der Rilke-Gesellschaft 2006). Seit Anfang der 90er Jahre war er Mitglied der Rilke-Gesellschaft und hat häufig im Rahmen der Tagungen der Rilke-Gesellschaft als Referent mitgewirkt. Die Rilke-Tagung von 1993 in Budapest hat er organisiert und geleitet. Die Vorträge dieser Tagung, herausgegeben von Ferenc Szász, erschienen in den Budapester Beiträgen zur Germanistik, Band 26 / 1994.
Mit Ferenc Szász verliert die Rilke-Gesellschaft einen ihrer prominentesten Vertreter, die Rilke-Forschung den bedeutendsten Rilke-Spezialisten in Ungarn und viele verlieren in ihm einen guten Freund.

August Stahl

Ferenc Szász im Sommer 2006
Ferenc Szász
im Sommer 2006

Rilke in Basel

Peter F. Kopp:
Rilke und Basel. Der Dichter auf dem Schönenberg – Freunde – Auswirkungen.
Separatum aus: Baselbieter Heimatblätter, Jg. 70, Heft 3, September 2005

Die Studie von Peter Kopp, eine der anregendsten zum Thema Rilke, zeichnet das ausführliche Bild von Rilkes verschiedenen Aufenthalten in Basel und auf der umgebenden Landschaft. Hier hat er 1919 öffentlich und in privatem Kreis aus seinem Werk vorgetragen, war er Gast bei bekannten Familien, hier hat er an spiritistischen Sitzungen teilgenommen, fand die Wiederbegegnung mit der geheimnisvollen Angela Guttmann statt, und von Basel gingen auch Inspirationen für Rilkes späteres und spätes Werk aus. Die Studie, mit Farbabbildungen und zwei hübschen zeitgenössischen Rilke-Karikaturen illustriert, ist Pflichtlektüre für jedermann, der sich mit Rilkes Biographie beschäftigt.

Zu bestellen beim Quästor der Rilke-Gesellschaft (Dr. Rätus Luck, Lilienweg 18, CH-3007 Bern; ru.luck@gmx.ch). Preis: 15 Schweizer Franken/10 Euro (Porto inklusive).

Rilke in Basel
Rilke in Basel

Zusammengestellt von Ferenc Szász (Budapest).

Ein Meilenstein der Rilke-Forschung und ein Geschenk für alle Rilke-Freunde: Der ungarische Germanist Ferenc Szász hat eine fast 200 Seiten umfassende Konkordanz zu Rilkes gesamter in gedruckten Ausgaben erhältlicher Brief-Korrespondenz geschaffen. Die Rilke-Gesellschaft stellt sie ab sofort kostenlos zur Verfügung unter www.rilke.ch/brief-konkordanz.pdf.
Die Ausgabe ist eine "Beta-Version" - alle Nutzer sind also aufgefordert, Verbesserungen und Verbesserungen und Änderungswünsche einzusenden, um diese Konkordanz weiter zu vervollständigen!

Zur Online-Version der Brief-Konkordanz...

Die Konkordanz ist im Format "pdf" gestaltet. Zum Lesen benötigen Sie das Prgramm "Adobe Acrobat Reader", das auf vielen Computern vorinstalliert ist. Sie können es aber auch unter dem folgenden Link herunterladen:

http://www.adobe.com/de/products/acrobat/readstep2.html

Neuerscheinung: Rilkes Seins- und Kunstbegriff im Spiegel seiner dichterischen Welt

von Roland Ruffini. Erschienen in Der Andere Verlag, 2005.

Aus dem Klappentext:
Was ist die grundsätzliche Welterfahrung, aus der Rilke spricht? Die Untersuchung verfolgt diese Frage nicht nur zur Erarbeitung von Rilkes Seins-Begriff seiner selbst wegen. Vielmehr geht es in einer fortschreitenden wechselseitigen Erhellung von Texten Rilkes und Aspekten seines Seins-Begriffs ebenso um die Erschließung eines möglichst breiten Spektrums vor allem seines lyrischen Werks. Sichtbar werden soll dessen Entfaltung aus einem einheitlichen Grund in einen immensen Reichtum der Gestaltung. Das Werk zeigt sich dementsprechend in dieser Vielfalt gleichzeitig als von erstaunlicher Einheit. Keineswegs geht es jedoch um seine Darstellung als Philosophie in dichterischem Gewand.
Methodisch setzt die Arbeit auf strengen Textbezug, die Untersuchung von Motiven, Metaphern, rhetorischen, sprachlichen und strukturellen Elementen. Sie werden erschlossen aus dem jeweiligen Textzusammenhang und dem vielseitigen Vergleich mit anderen Stellen im Werk Rilkes, die ihrerseits, durchaus auch um ihrer selbst willen, aus ihrem Kontext und aufgrund weiterer Vergleiche gedeutet werden. Ebenso unterstützt der kritische Vergleich mit ‚anderen Autoren’ wie Platon, Pascal, Nietzsche, Hofmannsthal, Benn und Heidegger, die z. T. einen Einfluß auf Rilke hatten, das Verständnis seines Werks.
Der Zusammenhang von Sein und Kunst bei Rilke erweist sich als essentiell und unauflöslich, Kunst bzw. Dichtung nicht im Sinne der 'poésie pure’ oder einer Auffassung davon als Flucht vor der Realität gesehen, sondern als existentiellen und seins-schaffenden Akt.

"Ich kann mich nur respektvoll verbeugen vor einem so eindringenden und wissenden Bemühen, das - Rilkes Seins- und Kunst-Begriff thematisierend - ihn dennoch Dichter sein lässt und von einer spürbaren Freude am Gedicht ausgeht."
Curdin Ebneter, Sekretär der Internationalen Rilke-Gesellschaft

Zur Website des Verlags über das Buch...

Rilke-Newsletter

Ab Herbst 2005 wird von der Site www.rilke.de in unregelmäßigen Abständen ein Newsletter mit aktuellen Hinweisen zu Rainer Maria Rilke verschickt. Die Rilke-Gesellschaft unterstützt dieses Projekt. Hier können Sie sich dafür eintragen.

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Neues Online-Forum auf der Website der Rilke-Gesellschaft

Die Rilke-Gesellschaft bietet seit Januar 2005 auf Raum für das Rilke-Forum der Website www.rilke.de. Damit folgt sie weiter dem Gesellschaftszweck, die Auseinandersetzung mit Leben und Werk des Dichters nicht nur auf wissenschaftlicher Basis, sondern auch unter Rilke-Lesern aus Passion zu fördern.

Das Rilke-Forum mit derzeit fast 3000 Beiträgen von über 200 Mitgliedern ist der lebendigste Ort zum Austausch über Rilke im Internet.


 

Hommage an Siegfried Unseld

Zusammen mit den Familien Sieber-Rilke und Beyer-Rilke und den Rilke-Lektoren und -Lektorinnen des Verlags war Siegfried Unseld als Leiter der Insel für die Rilke-Forschung und für die Rilke-Gesellschaft eine eminent wichtige Bezugsgestalt. Er hat mitentschieden, was für Texte des Dichters in welcher Form und wann erscheinen sollten, und ich vergesse nie, was er mir, sekundiert von Jean Rudolf von Salis, eröffnete, als ich im Rilke-Jubiläumsjahr 1975 mit der Ausgabe der Briefe Rilkes an Nanny Wunderly-Volkart nicht bereit war -das waren, von Brunegg herunter und aus Frankfurt am Main herauf, Missive, die man nicht hinter den Spiegel steckte.

Siegfried Unseld hat eine ganze Reihe wichtiger Neuausgaben ermöglicht und dafür gesorgt, dass Rilke auch in der Insel-Bücherei, in der Bibliothek Suhrkamp, in den Reihen suhrkamp taschenbuch und insel taschenbuch und in den Insel-Almanachen weiterhin vertreten war, mit den vertrauten Titeln, aber auch mit neuen Text-Zusammenstellungen.

Die Rilke-Gesellschaft, der er zunächst vielleicht etwas skeptisch gegenüber stand, hatte ihn an der Jahrestagung in Marburg zu Gast, wo er über die kommentierte Ausgabe sprach; sie umgekehrt war anschliessenden zur Rilke-Matinee in Frankfurt am Main geladen, die der Verleger organisiert hatte und einleitete.

Er hat zugestimmt, dass mit Vera Hauschild die Rilke-Lektorin den Verlag im Vorstands unserer Gesellschaft repräsentiert, und hat es, unter ihrem Einfluss, schliesslich ermöglicht, dass die Blätter bei der Insel anlegen konnten.

Siegfried Unselds Verhältnis zu Rilke war nicht nur von verlegerischen Überlegungen geprägt; er hat sich in einer ganzen Reihe von Texten über den Dichter geäussert.

Hommage à Rilke; Verwandlung - drängender Auftrag. In: Insel Almanach auf das Jahr 1977: Rainer Maria Rilke 1975 bis 1975, Frankfurt am Main 1976, S. 11 f., 57-60


Rainer Maria Rilke und seine Verleger. In: Der Autor und seine Verleger. Vorlesungen in Mainz und Austin. Frankfurt am Main 1978, S. 171-240

‹Das Tagebuch› Goethes und Rilks ‹Sieben Gedichte› eräutertvon Siegfried Unseld. Frankfurt am Main 1978 (Insel-Bücherei. 1000)

Portrait "Rainer Maria Rilke". In: Poesie. Aus den Gedichtbüchern der Bibliothek Suhrkamp. 1979

Wirklichkeit in Bewegung. In: Rilkes Landschaft. In Bildern von Regina Richter zu Gedichten von Rainer Maria Rilke. Mit einem Nachwort von Siegfried Unseld. Frankfurt am Main 1979; Frankfurt am Main 1998 (insel taschenbuch. 588), S. 79-86

Aus zwei Saiten eine Stimme. Rilkes Liebesgedichte. In: Rainer Maria Rilke: Wie soll ich meine Seele halten. Liebsgedichte. Mit einem Nachwort von Siegfried Unseld. Frankfurt am Main und Keipzig 1994 (Insel-Bücherei. 1150). Unverändert in: Rainer Maria Rilke: Liebesgedichte. Ausgewählt von Vera Hauschild. Mit einem Nachwort von Siegfried Unseld. Frankfurt am Main und Leipzig 2002 (insel taschenbuch. 2823)

Die neue Lebendigkeit von Rilkes Werk. In: Insel-Almanach auf das Jahr 1997: Rainer Maria Rilke 1926 bis 1996. Erinnerungn an den Dichter. Begegnungen mit dem Werk. Eine Dokumentation. Zusammengestellt von Vera Hauschild. Frankfurt am Main und Leipzg 1996, S. 207-210, und in: Rilke heute. Der Ort des Dichters in der Moderne. Redaktion: Vera Hauschild; Beratung und Register: Stefan Schank. Frankfurt am Main 1997 (suhrkamp taschenbuch. 2599), S. 275-277

Eine ungewöhnliche Frau. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Schnack am 9. Juli 1996. In: Ingeborg Schnack: Über Rainer Maria Rilke. Aufsätze. Mit einem Geleitwort von Siegfried Unseld und einer Nachbemerkung von Renate Scharffenberg. Frankfurt am Main und Leipzig 1996, S. 9-13

"Was, wenn Verwandlung nicht, ist dein drängender Auftrag?" In: Rainer Maria Rilke: "Hiersein ist herrlich" Gedichte, Erzählungen, Briefe. Zusammengestellt von Vera Hauschild. Mit einem Geleitwort von Siegfried Unseld. Frankfurt am Main und Leipzig 2001 (Insel-Signatur. 1), S. 5-8


Schliesslich ein eher verdeckter Bezug. Der Verleger war fasziniert vom Ginkgo biloba und hat ihm eine Monographie gewidmet: Goethe und der Ginkgo. Ein Baum und ein Gedicht (Frankfurt am Main und Leipzig 1998, Insel-Bücherei. 1188). Dieser Baum, Art einer rund 250 Millionen Jahre alten Gattung (chinesisch Silber-Aprikose, japanisch Entenfussbaum, englisch Maiden hair tree, französisch Arbe aux quarante ecus; ferner: Tempelbaum, Weltenbaum, Fächerblattbaum, ja: Goethebaum), hat auch Rilkes Weg sozusagen gesäumt; wenigstens ist er ihm im Garten der "Unteren Mühle" in Milano sul Lago oder Meilen am Zürichsee begegnet und muss zu Nanny Wunderly-Volkart und ihrem Sohn "Pind" darüber ein bedeutendes Wort gesagt haben. Welches? Und welches könnten der Dichter und sein Verleger im Schatten jenes Meilener Ginkgo gewechselt haben?

Rätus Luck, Präsident der Rilke-Gesellschaft


 

Rilke-Parodien

Vor mehr als zehn Jahren wurde ein erster Anlauf gemacht, Parodien auf Rilke-Texte einigermassen systematisch zu sammeln. Das Ergebnis kam auszugsweise an der Tagung der Rilke-Gesellschaft 1992 in Zürich und später an einem Rilke-Symposion in Antwerpen zur Vorführung. Die Sammlung soll vervollständigt werden. Das geht nicht ohne Hilfe. Der Unterzeichnete, der schon früher mit entsprechenden Hinweisen aufmerksamer Mitglieder der Rilke-Gesellschaft rechnen durfte, ist dankbar, weiterhin solche von solchen, aber gern auch aus einem weiteren Kreis zu erhalten.

Rätus Luck


 

RILKE-LITERATUR

Neuerscheinungen
Aus-, Nach- und Spätlese

Neuerscheinungen

Manfred Engel (Hrsg.)
Rilke-Handbuch
Leben - Werk - Wirkung

Ca. 600 Seiten, 32 s/w Abb. Gebunden.
Ca. Euro 64,95/CHF 104,-
Erscheint am: 15.07.2004.
3-476-01811-3

 

"Rainer Maria Rilke war schlecht für diese Zeit geeignet. Dieser große Lyriker hat nichts getan, als daß er das deutsche Gedicht zum erstenmal vollkommen gemacht hat". So urteilte Robert Musil 1927 in seiner Gedenkrede für den eben Verstorbenen. Er rühmte jedoch nicht nur die formale Vollkommenheit von Rilkes Dichtung, sondern auch die ihr eigene "Bewegtheit des Sinnes": "Dieser Sinn entfaltet sich nicht gedeckten Rückens, an die Mauern irgendeiner Ideologie, Humanität, Weltmeinung gelehnt; sondern entsteht, von keiner Seite festgehalten oder gestützt, als ein der geistigen Bewegung frei und schwebend Überlassenes". Eben darin liegt die Modernität von Rilkes Dichtung und ihre bleibende Aktualität: Skeptisch gegenüber allen einseitig rationalen, psychologisch-soziologischen Welterklärungen und doch weit entfernt von jedem Rückfall in vor-moderne Metaphysik versucht der Autor in seinem Werk, Grundfragen des Mensch-Seins mit rein poetischen Mitteln zu beantworten. 

Das Handbuch erschließt Rilkes Gesamtwerk und dessen wichtigste Kontexte auf dem Stand der Forschung, aber in allgemeinverständlicher Darstellung. Es ist in vier Abteilungen gegliedert: 1. Leben und Persönlichkeit; 2. Einflüsse und Kontakte (Beziehungen zu Kulturräumen und Nationalliteraturen; zu bildender Kunst, Musik, Philosophie und Psychoanalyse); 3. Dichtungen und Schriften (Einzelartikel zu wichtigen dramatischen, erzählerischen und lyrischen Werken und Werkkomplexen in chronologischer Folge); 4. Rilkes Modernität (in Thematik und Formensprache). Jeder Artikel enthält auch einen Abriß der Forschungsgeschichte und eine Auswahlbibliographie. Den Band beschließen eine umfangreiche Bibliographie und ein Registerteil.

Manfred Engel, Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität des Saarlandes, Saarbrücken. Veröffentlichungen zur Literatur der Klassik, Romantik und Moderne, zur Romantischen Anthropologie, zur kulturwissenschaftlichen Literaturwissenschaft und zur Kultur- und Literaturgeschichte des Traumes. Mitherausgeber von KulturPoetik. Zeitschrift für kulturgeschichtliche Literaturwissenschaft. Bei J.B. Metzler sind erschienen: Rilkes "Duineser Elegien" und die moderne deutsche Lyrik, Der Roman der Goethezeit, Bd. 1: Zwischen Klassik und Frühromantik.

Das kleine Weinjahr. Eine bibliophile Edition zu Rainer Maria Rilke mit Original-Radierungen von Bernd Lehmann

Nach der unter dem Titel Dir zur Feier erschienenen Folge von 15 Original-Radierungen zu Rosen-Motiven Rilkes veröffentlicht der Neunkirchener Künstler Bernd Lehmann eine neue Edition: Das kleine Weinjahr, 12 limitierte Original-Radierungen mit klassischen Weinmotiven, Rilke-Versen und Porträts des Dichters. Das Thema "Wein und Rilke" übt eine besondere Faszination auf Lehmann aus: "Es ist, als würde Rilkes Dichtung eine Weinstraße bauen und verkarsteten Boden aufbrechen - durch alle Länder der Erde. Rilke lehrt uns die Dinge sehen und die Zeichen der Natur lesen. Im Wein wie in seinen Versen spiegelt sich gleichermaßen das Leben." Präsentiert wird die Edition in einer bibliophilen Buchkassette, die mit Samt ausgelegt ist. Die Texte auf Bütten verfasste die Heidelberger Literaturwissenschaftlerin Alexandra Hildebrandt; ihr Rilke-Hörspiel Von einem, der die Steine belauscht wird am 23. Mai 2003 von SWR 2 um 23 Uhr gesendet. Der gleichnamige Essay erschien im März 2003 zusammen mit Lehmanns Radierungen im Magazin Literatur in Bayern.
Informationen: Atelier & Galerie Bernd Lehmann, blrf@bernd-lehmann.de. www.bernd-lehmann.de.

Rainer Maria Rilke: Gedichte in französischer Sprache
Supplementband zur Kommentierten Ausgabe in vier Bänden. Mit Prosaübertragungen von Rätus Luck. Herausgegeben von Manfred Engel und Dorothea Lauterbach. 760 Seiten. Gebunden. ca. Euro 62. ISBN 3-458-17146-0
Die chronologische Anordnung der nicht in Sammlungen aufgenommenen Gedichte macht es erstmals möglich, die Entwicklung von Rilkes französischer Lyrik und ihr Ausdrucksspektrum zu erkennen.Um dem Leser den Zugang zu Rilkes französischen Gedichten zu erleichtern, sind der Ausgabe deutsche Prosaübertragungen beigegeben, die die Originale in keiner Weise ersetzen oder überflüssig machen sollen. Sie sind keine Nachdichtungen, sie wollen vielmehr die Eigenheiten des französischen Textes möglichst exakt nachbilden, um so zum genauen Verständnis des Originals zu verhelfen und zugleich etwas von dessen zweisprachlicher Prägung zu bewahren. Durch eine umfangreiche Einleitung der Herausgeber, durch Überblickskommentare zu Zyklen und wichtigen Gedichten und durch die Erläuterung von sprachlich wie gehaltlich schwierigen Einzelstellen wird Rilkes französische Lyrik in dieser Ausgabe erstmals erschlossen.

Rainer Maria Rilke: Briefwechsel mit einer jungen Frau. Herausgegeben von Horst Nalewski. 112 Seiten. Gebunden. ca. Euro 19,90. ISBN 3-458-17144-4
Unter dem Titel Briefe an eine junge Frau hat die ursprüngliche Ausgabe in der Insel-Bücherei eine Auflage von beinahe 300 000 Exemplaren erfahren.

 


Aus-, Nach- und Spätlese

Ralph Freedman: Rainer Maria Rilke
Aus dem Amerikanischen von Curdin Ebneter
Band 1: Der junge Dichter 1875-1906. 444 Seiten. Gebunden. Euro 29,80. ISBN 3-458-16801-X
Band 2: Der Meister. 1906-1926. 626 Seiten. Gebunden. Euro 34,80. ISBN 3-458-17106-1

Erich Unglaub: Rilke-Arbeiten
Frankfurt a. M., Berlin (u. a.), 2002. ISBN 3-631-39050-5. 39,00 Euro
Erfüllung und Verzicht im Spätwerk Rilkes. Briefwechsel im Gedichten mit Erika Mitterer. Auswahl und sprachliche Gestaltung: Anita Loeblein und Walther Deutschmann. Musikalische Begleitung: Yuki Ohira. Einführung mit CD. Emmendingen 2002 - Bezugsquelle: Dr. Walther Deutschmann. Mozartstrasse 1, D-79312 Emmendingen

Walther Deutschmann: Erfüllung und Verzicht im Spätwerk R.M. Rilkes. Vortrag vor der Freiburger Medizinischen Gesellschaft, 21.1.2003 - Bezugsquelle: Dr. Walther Deutschmann, Mozartstrasse 1, D- 70312 Emmendingen

Peter Por: Die orphische Figur. Zur Poetik von Rilkes "Neuen Gedichten". Heidelberg 1997 (Reihe Siegen. Beiträge zur Literatur-, Sprach- und Medienwissenschaft. 137)

- "Das Marien-Leben": ein experimenteller Zyklus am Beginn von Rilkes Spätwerk. In: Neohelicon. Acta comparationis litterarum universarium. Budapest/Amsterdam, t. XXIV/2, 1997, S. 293-325

- Greco -Engel - Toledo: die emblematische Konstellation bei der Entstehung der Duineser Elegien. In: Compar(a)ison. An International Journal of Comparative Literature. 1999/1, S. 173-223

Ich will dich. Die hundert schönsten erotischen Gedichte. Hrg. von Hansjürgen Blinn. Berlin 2001 (Enthält Gedichte von R.M. Rilke.)