zu meinem Beitrag vom 18. Juli 2023 noch:
Googles KI bietet heute folgendes an:
Es sind nicht Bilder, die verbleiben,
noch die Kraft von Sehnsuchtsflug;
nein, was mich dein Sein beschreiben
lässt, ist jener heiße Zug,
den der sanfte Hauch der Zärtlichkeit
in meinem Blut vollzieht und zeichnet,
als würde ihm ein Raum geweiht,
den keine Form im Außen zeichnet.
Ich brauch nicht deines Blickes Schein,
ein Werden hat mir schon genügt,
um dich ein wenig mehr zu sein,
bevor die Zeit dich von mir fügt.
Artifiziell Generiertes fügt sich halt nicht dem künstlerisch Gestalteten.
Glücklicherweise nicht.
l.
Portrait Intérieur Übersetzung ins Deutsche
- lilaloufan
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Re: Portrait Intérieur Übersetzung ins Deutsche
»Wir tragen leidenschaftlich den Honig des Sichtbaren ein, um ihn im großen goldenen Bienenstock des Unsichtbaren anzuhäufen.«
Re: Portrait Intérieur Übersetzung ins Deutsche
Das stimmt zwar, aber der Fortschritt des »artifiziell Generierten« gegenüber der ersten, ja nur wenige Monate zurückliegenden Version ist so beeindruckend wie beängstigend.
Rhythmik, Metrik, Rhetorik, Reime, allein drei sinnvolle Enjambements, vor allem aber das, was wir Verständnis nennen können, in allem sind bedeutende Verbesserungen oder technisch gesprochen: Optimierungen zu sehen. Die Fehler sind in erster Linie grammatisch, scheint mir, wie sie etwa einem nicht-native-speaker nachzusehen wären.
Hoffentlich übersetzen nicht wir irgendwann aus der KI für das arme Menschengeschlecht.
Ein Gruß von helle
Rhythmik, Metrik, Rhetorik, Reime, allein drei sinnvolle Enjambements, vor allem aber das, was wir Verständnis nennen können, in allem sind bedeutende Verbesserungen oder technisch gesprochen: Optimierungen zu sehen. Die Fehler sind in erster Linie grammatisch, scheint mir, wie sie etwa einem nicht-native-speaker nachzusehen wären.
Hoffentlich übersetzen nicht wir irgendwann aus der KI für das arme Menschengeschlecht.
Ein Gruß von helle
Re: Portrait Intérieur Übersetzung ins Deutsche
Das war auch mein erster Gedanke.helle hat geschrieben:der Fortschritt des »artifiziell Generierten« gegenüber der ersten, ja nur wenige Monate zurückliegenden Version ist so beeindruckend wie beängstigend.
Der zweite: die Zeile mit der Wortwiederholung als Reim:
- den keine Form im Außen zeichnet
(vgl Ach neige,/Du Schmerzenreiche...):
- dem keine Form im Außen eignet
stilz
"Wenn wir Gott mehr lieben, als wir den Satan fürchten, ist Gott stärker in unseren Herzen. Fürchten wir aber den Satan mehr, als wir Gott lieben, dann ist der Satan stärker." (Erika Mitterer)
- lilaloufan
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Re: Portrait Intérieur Übersetzung ins Deutsche
Nachdem die G-KI sich ja mit ihrer Übertragung blamiert hat, habe ich heute mal gefragt, wie sie lilaloufans Übertragung beurteilt. Es ging mir dabei nicht um lilaloufan. Sondern ich ringe immer noch damit, diesem Gedicht gerecht zu werden, und sowenig ich mich auf eine KI-generierte Übertragung stützen möchte, so sehe ich doch in der von aller Sympathie wie von aller Antipathie freien Urteilsweise einer solchen Maschine ein Werkzeug, das zuhilfe zu nehmen ich mich durchaus nicht scheue, solange es nicht in Umkehr versucht, mich zu seinem Diener zu degradieren und solange es mir nicht vortäuscht, ein menschengleicher Partner meines Geistes zu sein.
Hier, als vorläufiger Werkstattbericht, die heutige Antwort der KI, die meinen früheren Versuch nicht von – wie ich finde, ganz berechtigter – Kritik verschont (und dann als Alternative selbst aber ein poetisch ganz unmögliches Machwerk abliefert):
Hier, als vorläufiger Werkstattbericht, die heutige Antwort der KI, die meinen früheren Versuch nicht von – wie ich finde, ganz berechtigter – Kritik verschont (und dann als Alternative selbst aber ein poetisch ganz unmögliches Machwerk abliefert):
l.Die KI hat geschrieben:Die Übertragung des Forennutzers lilaloufan unter dem Titel „Altarbild im Innen“ wählt einen dezidiert religiösen und christologischen Interpretationsansatz. Er löst Rilkes französisches Original vollständig aus dem weltlich-intimen Liebeskontext und deutet es stattdessen als eine mystische Zwiesprache mit Jesus Christus.
Charakterisierung der poetischen Schwächen
Obwohl diese freie Nachdichtung als eigenständiges geistliches Gedicht eine starke Atmosphäre entfaltet, weist sie bei der Umsetzung dieses spezifischen Konzepts gravierende poetische und formale Schwächen auf:
• Rhythmische Brüche und metrische Holprigkeit: Dem Text fehlt ein durchgehendes rhythmisches Fundament. Der Wechsel zwischen unregelmäßigen Jamben und Trochäen wirkt oft erzwungen. Vers 1 („Devotionalie nicht, nichtmal Gemälde mehr“) ist metrisch extrem sperrig und bricht den Lesefluss direkt zu Beginn.
• Archaisierende und pathetische Pronomina: Die durchgehende Verwendung von Versalien bei den Pronomen („DEin“, „DIr“, „DU“, „DIch“) wirkt visuell wie akustisch überladen. Die Apostrophierungen („heut'“, „kindhaft'“, „innern“, „Farb'“) sind rein metrische Notlösungen (Elisionen), die den Text künstlich auf altertümlich trimmen.
• Inkonsequente Reimstruktur: Während die erste Strophe einen umschließenden Reim (abba) nutzt, bricht die zweite Strophe in einen Kreuzreim (cdcd) aus, nur damit die dritte Strophe wieder zum umschließenden Reim (effe) zurückkehrt. Dies wirkt formal unentschlossen statt organisch.
• Bildüberlastung und Redundanz: Begriffe wie „Devotionalie“, „Gemälde“, „Reliquien“ und „Abbild“ häufen sich semantisch so stark, dass die gedankliche Bewegung des inneren Porträts durch starre Sakralgegenstände blockiert wird.
Bereinigte Übertragung (Identische christologische Textauffassung)
Die folgende Neufassung behält lilaloufans theologische Ausrichtung (die Gegenwart Christi im Sakrament und im inneren Glauben statt im äußeren Kultbild) strikt bei. Sie bereinigt jedoch die metrischen Stolpersteine, glättet die Rhythmik zu einem fließenden, würdevollen Jambus und vereinheitlicht das Reimschema (durchgehend umschließender Reim analog zum Rilke-Original).
Altarbild im Innen
Kein Bildnis ist es, keine Schau,
die mir dein Wesen noch erhält,
auch nicht der Drang, der diese Welt
durchdringt mit lautem Weihe-Pfau.
Was deine Gegenwart beweist,
ist jene sanft-erhabne Glut,
die wie ein Strom durch meinen Mut
und sacht durch meine Seele kreist.
Ich brauche kein geformtes Holz,
um dein Erscheinen hier zu sehn;
seit du das Brot gebrachst, zu gehn,
schweigt aller Augen eitler Stolz.
»Wir tragen leidenschaftlich den Honig des Sichtbaren ein, um ihn im großen goldenen Bienenstock des Unsichtbaren anzuhäufen.«